Gelbbauchunke

Gut getarnt von oben....

Die Bauchseite jeder Unke ist individuell gefärbt und macht jedes Tier unverwechselbar.

Unkenlaichgewässer sind oft winzige Tümpel
Lurch mit schönem Bauch
Es gibt Pflanzen- und Tierarten, für die unsere Region aus Naturschutzsicht eine besondere Verantwortung trägt. Diese Arten besitzen hier gute Vorkommen, sind anderorts aber nicht mehr vorhanden oder stark bedroht. Ein markantes Beispiel ist die Gelbbauchunke, wissenschaftlich Bombina variegata genannt. Diese kleine Amphibienart wird in der Roten Liste des Landes Nordrhein-Westfalen als vom Aussterben bedroht geführt, ist aber im Rhein-Sieg-Kreis noch mit einige kopfstarken Populationen vertreten.
Die Tiere sind bis ca. 5 cm groß und oberseits unauffällig braun mit zahlreichen kleinen Warzen. Die Unterseite ist leuchtend gelb gefärbt und mit dunklen Flecken durchsetzt. Sie soll Fressfeind abzuschrecken. Gleichzeitig sondert das Tier ein unbekömmliches Hautgift ab.
Wie alle heimischen Froschlurche benötigt die Unke zur Fortpflanzung Laichgewässer. Bei den Gelbbauchunken sind das kleine, nicht ständig Wasser führende Gewässer, die wenig von Wasserpflanzen bewachsen sind. In solchen Gewässern besteht für die Eier und Kaulquappen eine geringere Gefahr durch Fressfeinde. Die geringe Wassermenge heizt sich rasch auf, die Entwicklung wird beschleunigt. Ursprünglich fanden sich solche Kleingewässer in den Flussauen. Heute sind es insbesondere durch Menschen geschaffene Lebensräume wie Steinbrüche, Kiesgruben oder Truppenübungsplätze, die geeignete Gewässer anbieten.
Im Rhein-Sieg-Kreis existieren noch drei kopfstarke und mehrere, weniger umfangreiche Vorkommen, deren Lage hier nicht genannt werden darf. Dort ist ab dem späten Frühjahr eine Ruffolge zu hören, die etwa wie "uh¦.uh¦.uh" klingt. Dies sind die Unkenrufe der Männchen, die laichbereite Weibchen anlocken. Aus den Eiern schlüpfen schon nach wenigen Tagen die Kaulquappen, die sich in maximal zwei Monaten zu fertigen Gelbbauchunken entwickeln.
Wie sieht es in der Nachbarschaft des Rhein-Sieg-Kreises aus? Hier gibt es einzelne Vorkommen im Stadtgebiet Bonn, in den Kreisen Neuwied und Altenkirchen und im Rheinisch-Bergischen Kreis. Schwerpunkt der Verbreitung in Nordrhein-Westfalen ist aber der Rhein-Sieg-Kreis. Der Schutz dieser Art ist hier daher ein besonderes Anliegen.
Was wird im Rhein-Sieg-Kreis für den Erhalt getan? Naturschutzverbände, Kommunen, der Rhein-Sieg-Kreis, die Forstverwaltung und die Biologische Station im Rhein-Sieg-Kreis bemühen sich intensiv um den Erhalt der Lebensräume und eine Verbesserung der Situation. Auch die Unternehmen, die Eigentümer einiger Lebensräume sind, spielen dankenswerterweise mit.
Die Biologische Station überprüfte im Sommer 2009 alle bekannten Lebensräume und erarbeitete Vorschläge für Optimierungsmaßnahmen. Über ein Förderprogramm der Europäischen Union werden unter Federführung des Amtes für Naturschutz und Landschaftspflege der Kreisverwaltung nun Laichgewässer restauriert und neue angelegt. Anschließend müssen die Gewässer und ihr Umfeld gepflegt und offen gehalten werden. Intensiviert wurde auch der Kontakt zu den Nachbarkreisen, um die Vernetzung von Lebensräumen zu verbessern.
So bleibt zu hoffen, dass diese Amphibienart bei uns noch lange ihren schönen Bauch zeigt.
Biostation ist Ameisenschutzwarte
Seit dem Sommer 2006 fungiert die Biologische Station als regionaler Stützpunkt des Rhein-Sieg-Kreises im Landesverband NRW der Deutschen Ameisenschutzwarte (DASW). Dr. Ralf Schumann ist Ameisenschutzwart und damit Nachfolger von Herrn Alfred Tonn, der nach langjähriger, verdienstvoller Tätigkeit sein Amt aus Altersgründen abgegeben hat (jedoch weiterhin nach Möglichkeit mit Rat und Tat zur Seite steht). Dr. Dieter Steinwarz ist stellvertretender Ameisenschutzwart. Aufgabe der Ameisenschutzwarte sind vor allem die Betreuung der (unter strengem Naturschutz stehenden) Waldameisenvölker im RSK, etwa am Ameisen-Bienen-Lehrpfad am Höppelröttchen bei Eitorf. Außerdem werden alle mit Ameisen in Zusammenhang stehenden Fragen aus der Bevölkerung entgegengenommen und beantwortet, z.B. dann, wenn die Tiere als Schädlinge in Wohnhäusern auftreten. Eine weitere wichtige Aufgabe besteht in der Rettungsumsiedlung von Waldameisenvölkern, z.B. wenn diese wegen Bauvorhaben weichen müssen, oder wenn sie zu nahe an bewohnten Gebieten siedeln und daher lästig werden. Alle Ameisen-Interessenten seien auch auf die homepage der DASW (www.Ameisenschutzwarte.de) verwiesen, hier gibt es zahlreiche Informationen über Waldameisen und Ameisenschutz, die Arbeit des wissenschaftlichen Beirats der DASW und vieles mehr über diese faszinierenden Insekten.



