Eifelfuß und Drachenfelser Ländchen: wertvolle Grünlandflächen zwischen Wald und Obst
Rund um Meckenheim und Rheinbach prägt der gewerbliche Obstbau weite Teile der von der Tomburg überragten Landschaft. Weiter südlich im Übergangbereich zu den ansteigenden Höhen der Eifel gibt es aber wertvolle Grünlandflächen mit seltenen Pflanzen- und Tierarten.
Besondere Beachtung findet hier das Vorkommen des Ameisenbläulings Maculinea nausithous, dessen Bestände aber in den vergangenen Jahren dramatisch abnahmen. Die Biologische Station kartiert die Vorkommen jährlich.
Seit dem Jahr 2006 ist die Biologische Station Eigentümerin der knapp 20 ha großen Grünlandfläche „Krummeich“, die früher als Funkempfangsanlage der Bundesrepublik Deutschland in Nutzung war. Hier standen gewaltige Antennenanlagen, die von einer unterirdischen Steuerzentrale aus bedient wurden. Mit Ende des Kalten Krieges verlor die Anlage ihre strategische Bedeutung, gelangte zur Bundesanstalt für Immobilien und wurde zum Verkauf angeboten. Jahrzehnte lang wurde das Grünland rund um die Masten und den Bunker von Schafen beweidet, Düngung und Schädlingsbekämpfung unterblieben.
Um das Gelände für den Naturschutz zu sichern finanzierten die Nordrhein-Westfalen-Stiftung und der Rhein-Sieg-Kreis den Ankauf der Fläche, die dann ins Eigentum der Biologischen Station überging. Nachdem es im Jahr 2009 erhebliche Probleme mit dem „übernommenen“ Pächter gab, kümmert sich die Station nun selbst um die Bewirtschaftung. Die Flächen werden entsprechend naturschutzfachlicher Kriterien gemäht und mit Schafen beweidet. Hinzu kamen umfangreiche Sicherungsarbeiten an den „Resten“ der Funkempfangsanlage: Verschließen von Schächten und Bunkereingängen. Mit Mitteln der NRW-Stiftung wurde zudem der das Gelände umgebende Zaun mit Wildsträuchern bepflanzt.
Drei weitere Flächen betreut hier die Biologische Station:
Im NSG Ober der Schwarzmaar werden wertvolle Grünlandflächen gepflegt, Lebensraum der seltenen Ameisenbläulinge.
Im Altendorfer Bachtal werden zwei artenreiche Grünlandflächen bewirtschaftet.
Im Rahmen eines Drittmittelprojektes (Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum Westerwald-Osteifel in Mayen) vermehrte die Biologische Station aus Samenmaterial Pflanzen des Großen Wiesenknopfes. Sie wurden im Jahr 2008 im benachbarten Kreis Ahrweiler bei Grafschaft-Esch gepflanzt. Damit sollte ein Beitrag zur Stabilisierung und Vernetzung der Ameisenbläuling-Populationen am Eifelfuß geleistet werden. Schon 2009 konnten einzelne Ameisenbläulinge (Maculinea nausithous) auf den „neuen“ Pflanzen nachgewiesen werden.
Im Drachenfelser Ländchen (Gemeinde Wachtberg) betreut die Biologische Station eine wertvolle Grünlandfläche im NSG Dächelsberg-Liessemer Berg. Mit der Pflege ist ein ortsansässiger Landwirt beauftragt.







