Vertragsnaturschutz im Rhein-Sieg-Kreis (Kreis-Kulturlandschaftsprogramm)

Aktueller Hinweis (Juli 2016): Aufgrund limitierter Eigenmittel-verfügbarkeit des Rhein-Sieg-Kreises sind Neuanträge im Grünland in 2017 voraussichtlich leider nur in Naturschutzgebieten und in Geschützten Biotopen (GB) möglich. Diese Einschränkung gilt nicht für Maßnahmen im Acker: Ackerrandstreifen sind weiterhin kreisweit möglich, die übrigen Maßnahmen der "artenreichen Feldflur" in allen linksrhein. Kommunen sowie Troisdorf und Niederkassel.

 

Seit dem 1.7.2015 ist eine neue Förderrichtlinie (hier als pdf) in Kraft getreten:

  • Für viele Maßnahmen haben sich die Prämiensätze deutlich erhöht (Pakete und Prämiensätze hier als pdf verfügbar). 
  • Einige VNS-Maßnahmen im Acker (Blühstreifen, Brachestreifen etc.) sind als Ökologische Vorrangfläche im Greening anrechenbar.

Die Antragstellung in 2016 ist abgeschlossen. Die nächste Möglichkeit zur Antragstellung besteht bis 30.6.2017 (Vertragsbeginn 1.1.2018).

 

Über die „Rahmenrichtlinie Vertragsnaturschutz“ des Landes NRW, einem Programm der 2. Säule der EU-Agrarpolitik, werden landwirtschaftliche Flächennutzer für die naturschutzgerechte Flächenbewirtschaftung honoriert bzw. entschädigt. Damit soll u.a. dem Verlust der Biologischen Vielfalt im Agrarland in NRW entgegengewirkt werden (s. Monitoringbericht als pdf, Werking-Radtke & König 2015, S. 30). Ein Förderportal des Landes NRW informiert detailliert über die Fördermöglichkeiten.

Artenreiches Grünland kann sich nur bei angepasster Nutzung erhalten (Bild: K. Weddeling)
Artenreiches Grünland kann sich nur bei angepasster Nutzung erhalten (Bild: K. Weddeling)

Karte mit der aktuellen Verbreitung von VNS-Flächen im Kreisgebiet, Stand 2015 (ca. 1300 ha in 1500 Einzelflächen); Linienbreite zur besseren Sichtbarkeit überhöht; Hintergrund: Gemeindegrenzen und Relief

Heugewinnung auf Vertragsflächen (Bild: K. Weddeling)
Heugewinnung auf Vertragsflächen (Bild: K. Weddeling)

Die Biologische Station betreut Landwirte bei der naturschutzgerechten Bewirtschaftung von Acker-und Grünland, die aus ökologischer Sicht besonders wertvoll sind oder ein hohes Entwicklungspotential aufweisen. Die Biologische Station stimmt sich dabei eng mit den zuständigen Stellen beim Rhein-Sieg-Kreis (v.a. der Unteren Landschaftsbehörde), bei der Landwirtschaftskammer NRW, bei den Kommunen, beim Land NRW und der Bezirksregierung Köln (Dez. 51 und 54) ab.

 

In vielen Naturschutzgebieten mit nennenswertem Grünlandanteil und in allen Kommunen des Kreises werden Flächen unter Vorgaben des Vertragsnaturschutzes von örtlichen Landwirten bewirtschaftet.

 

Wesentliche Eckpunkte bei der Antragstellung sind:

  • Vertragslaufzeit 5 Jahre (1.1. bis 31.12. in 5 Jahren)
  • Bewilligungsbehörde ist der Rhein-Sieg-Kreis
  • Antragsberechtigt sind landwirtschaftliche Flächennutzer mit Betriebsnummer bei der Landwirtschaftskammer
  • Förderfähig sind naturschutzfachlich wertvolle oder entwicklungsfähige Flächen im Eigentum und bei Pacht, die im Flächenverzeichnis bei der Landwirtschaftskammer aufgeführt sind
  • Frist Grundantrag: 30. Juni jeden Jahres
  • Jährliche Auszahlung der Prämien über die Landwirtschaftskammer, Auszahlungsantrag (bei bestehender Bewilligung): 15. Mai jeden Jahres
  • Nicht förderfähig sind u.a. Ausgleichsflächen, Wald, Hausgärten und Bauerwartungsland
  • Die Vertragsnaturschutzprämien werden zusätzlich zur Betriebsprämie gewährt; bei sonstigen Förderprogrammen der 2. Säule (Agrarumweltmaßnahmen) wird entweder die Prämie angerechnet (z.B. MSL oder Bioförderung) oder eine Kombination auf der selben Fläche ist nicht möglich (z.B. Uferrandstreifen)

Ein Poster faßt die wesentlichen Fördermaßnahmen zusammen: pdf (2 MB)

Folgende Aufgaben werden im „Vertragsnaturschutz“ als Serviceleistung von der Biologischen Station für die Bewilligungsbehörde und die Antragsteller erbracht:

  • Beratung potentieller Antragsteller (Flächennutzer) über Modalitäten des Vertragnaturschutzes und anderer Fördermöglichkeiten
  • Vorbereitung der Antragsunterlagen (Karten, Auflagen, Flächenauflistung) 
  • Mithilfe bei der Anpassung des Flächenverzeichnisses, die für die Antragstellung notwendig sind
  • Erfassung und Vermessung der Flächen mit Hilfe des Geographischen Informationssystems unter Nutzung von digitaler Luftbildern und Karten
  • ggf. Mithilfe beim jährlichen Auszahlungsantrag
  • Formulierung von Bewirtschaftungsauflagen bei der Antragstellung in Abstimmung mit dem Rhein-Sieg-Kreis als Bewilligungsbehörde
  • Kartierung der Vertragsflächen auf Vorkommen von Rote-Liste-Arten, von FFH-Lebensraumtypen und §62-Biotopen.
  • Effizienzkontrollen von Vertragsnaturschutzflächen (v.a. Ackerverträge)
  • Vermittlung von Bewirtschaftern für Naturschutzflächen

Ansprechpartner in der Biologischen Station:

 

Klaus Weddeling (Dipl. Biol.)

weddeling@biostation-rhein-sieg.de

Tel. 02243/847906 oder 0152-09828767


Rote-Liste-Art Acker-Hahnenfuss bei Eulenberg (Bild: K. Weddeling)
Rote-Liste-Art Acker-Hahnenfuss bei Eulenberg (Bild: K. Weddeling)
Ziegenbeweidung im NSG Kiesgrube Dünstekoven (Bild: K. Weddeling)
Ziegenbeweidung im NSG Kiesgrube Dünstekoven (Bild: K. Weddeling)
Düngefreie Mahdnutzung erhält blütenreiches Grünland (Bild: K. Weddeling)
Düngefreie Mahdnutzung erhält blütenreiches Grünland (Bild: K. Weddeling)
Der Vertragsnaturschutz trägt zum Erhalt alter Kulturlandschaften bei, wie z.B. am Ließemer Berg in Wachtberg  (Bild: K. Weddeling)
Der Vertragsnaturschutz trägt zum Erhalt alter Kulturlandschaften bei, wie z.B. am Ließemer Berg in Wachtberg (Bild: K. Weddeling)